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    Ambulante Familienpflege Berlin

    Hilfe für Schwangere und Familien mit Kindern
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  Im Folgenden eine Beschreibung des Berufsbildes der Familienpflege. Die Autorin des Beitrags ist Maria Franz-Reetz, ehemalige Lehrerin an der Emil-Fischer-Schule.

Wichtige Helfer in der Not

Was tun? Die Mutter ist schwer erkrankt, der Vater muss den ganzen Tag arbeiten, aber die beiden Kinder müssen versorgt werden. Großeltern oder andere Familienmitglieder können nicht aushelfen, da sie in einer anderen Stadt wohnen. In dieser Notsituation kann die Familienpflegerin einspringen. Auch Schwangere und Wöchnerinnen können so in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden. Weitere Einsatzgründe werden im Kinder- und Jugendhilfegesetz genannt.

Familienpflegerinnen sorgen also für die Aufrechterhaltung des Haushaltes und des Familienlebens. Sie sind in der Regel bei Sozialstationen angestellt und arbeiten ambulant. Neben der Haushaltsführung helfen sie bei der Krankenpflege, betreuen die Kinder und sind Gesprächspartnerinnen in schwierigen Situationen.

Trotz dieses breiten Aufgabenfeldes sollte die Arbeit der Helfer so wenig wie möglich zu spüren sein. "Zurücknahme", ohne die eigene Persönlichkeit zu verleugnen, ist eine wichtige Eigenschaft der Familienpflege. Das erfordert hohe Toleranz und Flexibilität der Helfer - in Sachen Mobilität, zeitlicher Flexibilität, sowie physischer und psychischer Belastbarkeit.

Für Familienpflege gibt es in Berlin seit mehreren Jahren einen dreijährigen Fachschulausbildungsgang, in dem überwiegend berufserfahrene Studierende in den Bereichen Gesundheitslehre und Krankenpflege, Pädagogik, Gesprächsführung, psychosoziale und hauswirtschaftliche Versorgung unterrichtet werden. Diese umfassende Ausbildung soll verhindern, dass die Familie zu einer Durchgangsstation der verschiedensten ambulanten Pflegedienste wird.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte einschlägige Erfahrung bzw. eine Ausbildung in den Bereichen Ernährung, Hauswirtschaft, Gesundheit oder Sozialpädagogik haben oder den Abschluss einer zweijährigen Berufsfachschule (Hauswirtschaft oder Sozialwesen). Familienpfleger werden nach einem ganzheitlichen Pflegekonzept ausgebildet. Sie arbeiten auch in familienersetzenden Einrichtungen wie betreuten Wohnprojekten. Die Einstellungsrate pro Ausbildungsjahr liegt bei 70 - 90 Prozent.